.comment-link {margin-left:.6em;}

Samstag, Oktober 01, 2005

Was hält uns wach (Wunder)

Der zweite private Songcontest des Jahres, an dem ich teilgenommen habe ist beendet. Für alle Nicht-Eingeweihten:
Bei einem solchen Contest suchen sich die Teilnehmer, in der Regel zwischen 20 und 40 Leuten aus dem ESC-Universum, ein bis zwei Songs aus, die sie ins Rennen schicken. Der Organisator brennt die Songs dann für alle auf CD’s. Jeder Teilnehmer bewertet nun die Songs, mit Ausnahme seiner eigenen natürlich, und so wird letztendlich ein Sieger ermittelt. Dieses ganze Prozedere zieht sich von der Anmeldung bis zur Siegerehrung über zwei bis drei Monate hin.
Der aktuelle Contest trägt den klangvollen Namen „Shubidu“ und wird (dankenswerterweise) von Raimund organisiert. Die Arbeit, die sich der Ausrichter mit einem solchen Wettbewerb aufhalst kann man gar nicht überschätzen. Im aktuellen Fall mussten 80 Songs, verteilt auf fünf CD’s, für 40 Leute kopiert werden. Macht schon mal 200 CD’s, die ja auch noch alle ein CD-Inlay brauchen. Drucker, CD-Brenner und nicht zuletzt der Organisator können so schon mal leicht an den Rand ihrer Belastungsfähigkeit getrieben werden.

Das Teilnehmerfeld des Shubidu 2005 war äußerst illuster. Man fand abgetakelte Ikonen des schlechten Geschmacks wie Sandra, teilkastrierte Musicalzombies wie Seppo, (zu) bekannte ESC-Größen wie Ruslana, Laura oder Helena, Vertreter der Hamburger Schule wie Blumfeld oder Kante und nicht zuletzt Drum’n Bass-lastiges wie Future Prophecies.
Und dann gab es da auch noch eine deutsche Band namens „Wunder“. In ESC-Kreisen erlangten sie 2005 eine gewisse Bekanntheit weil sie als Teilnehmer der deutschen Vorentscheidung gehandelt wurden, wegen Versäumnissen der Plattenfirma dann aber doch nicht teilnehmen konnten. Beim Shubidu konnten sie antreten weil Yanni, der Sieger des letzjährigen Intermezzo-Contest, sie nominierte. Und was soll man sagen? Er hatte erneut den richtigen Riecher und konnte gewinnen. Zwei Siege innerhalb von 12 Monaten? Yanni wird mir unheimlich. Besonders weil er nicht die sichere Nummer gefahren hat und einen arrivierten Teilnehmer des schwedischen Melodifestivals ausgesucht hat, sondern mit „Wunder“ eher auf Risiko setzte. Darum freut es mich auch riesig, dass er damit gewinnen konnte. Nun singen wir alle zusammen:


wir wollen nicht schlafen
wir schlafen nicht gern
wir müssen marschieren
auf die bibel schwörn
sie sagen wissen ist macht
und schweigen ist gold
und was auf der strecke bleibt
hat keiner gewollt

was hält uns wach wenn der himmel brennt
out of hamburg allein und kein happy end
gibt es den tag der unser herz belohnt
oder ist das alles nur die grosse illusion

wir wollen nicht laufen
wir laufen nicht gern
wir müssen uns fügen
um die geschichte zu lernen
sie proben den ernstfall
und den selbstversuch
gib ihnen bitte kein mitleid
das wäre selbstbetrug

was hält uns wach wenn der himmel brennt
out of hamburg allein und kein happy end
gibt es den tag der unser herz belohnt
oder ist das alles nur die grosse illusion
was braucht die welt was braucht die zeit
man sagt hello und meint goodbye
ich stehe auf und fall immer wieder hin
man hat uns nichts erzählt von dem ganz normalen wahnsinn



Und wie sieht es mit meinem eigenen Abschneiden aus?
Wie üblich habe ich mal wieder zwei finnische Acts ausgesucht.
Der eingängigere Titel stammte von Laura Voutilainen (Uudellen), die 2002 Finnland beim ESC vertrat und sich dabei ob ihres eher missglückten Outfits, inklusive fieser Schweißflecken unter den Armen, einige Feinde in Fankreisen gemacht hat. Für mich war das damals ein Siegertitel und –auftritt, trotzdem wurde sie nur zwanzigste. Mit meiner Nominierung für den Shubidu wollte ich ihr quasi eine Chance zur Rehabilitierung verschaffen und zeigen, dass speziell ihre finnischen Songs besser sind als ihr Ruf. Gelungen ist mir das nur halbwegs. Platz 46 von 80 ist kein Debakel, aber etwas mehr hatte ich mir schon erhofft.

Mein zweiter Song wurde nur 58., aber das werte ich wiederum als Erfolg. Der Sound von "22 Pistepirkko" entspricht nämlich so überhaupt nicht den Hörgewohnheiten des typischen ESC-Fans. Der Song „Sad Lake City“ stammt aus dem Soundtrack zum Film „Downhill City“ und ist eine eher ruhige Nummer, die den Hörer durch kurze, aber heftige rockige Passagen und den, nun nennen wir es eigentümlichen, Gesangsstil irritiert. Der Beitrag hat sehr stark polarisiert. Nur zehn von 40 Votern haben ihn mit Punkten belohnt, davon gab es aber eine Höchstwertung mit 30 Punkten und außerdem noch einmal 28 und zwei mal 26 Punkte. Diesen vier Leuten hat es offensichtlich sehr gut gefallen und wenn ich sie dazu bringen konnte sich nun mehr von 22 Pistepirkko anzuhören, dann ist das wohl ein Erfolg.

Nach dem Shubidu steht nun mit dem Intermezzo 2005 das nächste Großereignis auf dem Programm. Klar, dass ich wieder am Start sein werde. Über meine Titel bin ich mir bereits fast im Klaren. So viel kann ich schon mal verraten: erstmals werde ich keinen Song aus Finnland bringen. Eine sensationelle Vorab-Information, die die ESC-Fanwelt erschüttern wird. Was hat das zu bedeuten? Ist es Kapitulation oder plant er den großen Wurf? Wird er sich dem Massengeschmack beugen oder verfällt er ins andere Extrem und wird die Voter mit noch schrägeren Tönen aus dem Konzept zu bringen versuchen?
Mehr demnächst in diesem Theater!

Comments:
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
 
Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen



<< Home

This page is powered by Blogger. Isn't yours?